Mit Baby mobil – Teil 1: Unser dänischer Kinderwagen Trille Dream

Ab heute stelle ich Euch unsere Babytragen, Tragetücher und unsere Kinderwagen/ Buggys vor.*

Los geht es mit Teil 1 – unserem dänischen Kinderwagen Trille Dream!

Ich erinnere mich noch gut, wie wir in der ersten Schwangerschaft voller Optimismus in einen klassischen BabyOne gingen und dort bitter enttäuscht wurden. Schon damals war ich auf der Suche nach einem besonderen Kinderwagen – dort gab es jedoch nur die üblichen Modelle von Bugaboo und so weiter. Die Kinderwagen dort waren zu klapprig, extrem teuer oder gefielen uns optisch nicht. Man mag es kaum glauben, aber es gibt tatsächlich fürchterliche Farben…in neon zum Beispiel…oder grellem pink…na ja, wer es mag, das ist ja Geschmackssache. Auch in Bezug auf Babytragen gab es die Standardmarken wie Manduca, Stokke, Babybjörn.

Platz en masse – hier mit noch mit der kleinen Babywanne im Einsatz

Da wir damals noch im hohen Norden heimisch waren, verbrachten wir unsere Urlaube oft in Dänemark oder an der Schlei. Dort fielen uns die tollen großen Kinderwagen ins Augen und wir wussten, so einen wollen wir später auch einmal haben. Zu diesem Zeitpunkt wusste ich bereits durch mein Studium der Skandinavistik, dass die Dänen ganz andere Ansichten in Punkto Kindererziehung haben als in Deutschland. (Inzwischen hat sich das durch intensive Lektüre von Jesper Juul bestätigt) Vieles ist einfach entspannter und so ist auch der Kinderwagen gehalten. Uns fiel nämlich auf, dass viele Kinderwagen – gerade die sogenannten Mode-Kinderwagen wie Bugaboo – ganz schön klein sind und das, obwohl die Kinder dort ja ein paar Monate drin zubringen sollen. Aber schon nach 5 Monaten ungefähr ist die Schale bei den meisten Modellen viel zu klein. Aber Hauptsache, der Kinderwagen ist trendy und passt ins Auto. Letzterer Punkt ist natürlich auch beim Trille nicht ganz irrelevant, aber das Trendbewusste…eigentlich sollte ja das Wohl des Kindes im Mittelpunkt stehen und nicht irgendwelche Modetrends.
Im Trille hat das Kind genug Platz und es ist ein sehr sicherer Wagen…ach, ich freu mich so! Er ist ja mit einem Liegemaß von 97 cm mal 40 cm wirklich sehr groß, lässt sich aber überraschend leicht schieben. Dazu ist er schön stabil, wackelt nicht, steht sicher und ist laut der dänischen Stiftung Warentest schadstofffrei. In der deutschen Stiftung Warentest oder Ökotest kam er leider bislang nicht vor. Ich vermute mal, die Marke Trille ist in Deutschland einfach zu unbekannt.

Tja, aber wo bekommt man den Trille Dream her? Wir haben ihn damals im „Dänischen Kinderladen“ in Elmshorn gekauft. Dort gab es unglaublich tolle Kinderwagen, die man testfahren durfte und dazu eine persönliche, herzliche Beratung durch die Dänin Tina. Und psssst: Hier gibt es neben Kinderwagen auch viele weitere hübsche skandinavische Dinge, was fatal enden kann.

Der Trille Dream besteht aus zwei Schalen: In der großen Schale befindet sich noch die kleinere Tragetasche mit 80 cm Liegemaß und 34 cm Breite, die man für die ersten sechs Monate verwendet. Wenn das Baby dann größer ist, kommt die große Schale zum Einsatz. Wir haben sie oft für einen Mittagsschlaf auf dem Balkon genutzt – so wie es auch in Dänemark Tradition ist. Dort ist es üblich, dass die Kinder ihren Mittagsschlaf an der frischen Luft halten.
Der Trille Dream beinhaltet eine große und eine kleine Wanne

Zum Trille haben wir noch ein großes Zubehörpaket bekommen bestehend aus Insektennetz, Wickeltasche, Regenschutz (mit hübschen Sternen!!!), zwei Matratzen mit Laken, einen Anschnallgurt… Auch ein Sportwagenaufsatz darf natürlich dabei nicht fehlen.

Unsere Erfahrungen mit dem Trille Dream

Während der Nutzungsphase mit diesem Kinderwagen sind wir mehrfach umgezogen und konnten ihn somit unter verschiedensten Bedingungen wie städtische beziehungweise ländliche Umgebung ausgiebig testen.

Abstellen des Kinderwagens
Zu Beginn wohnten wir in einer Wohnung mit Aufzug und sehr breitem Flur. Wir konnten den Trille also vor unserer Wohnungstür direkt abstellen und wenn wir spazieren gehen wollten, nutzten wir den Fahrstuhl im Haus. Besser ging es nicht! Diesen Kinderwagen Treppen hoch- und runterschleppen zu müssen, mit Kind und Taschen, halte ich für utopisch. Denn er ist schon schwerer als beispielsweise ein Bugaboo. In der zweiten Wohnung sah die Lage dann schon anders aus, alles war enger und kleiner. Den Trille vor unsere Wohnungstür im zweiten Stock zu stellen, ging nicht. Wir mussten ihn also nach einer schriftlichen Genehmigung unseres Vermieters neben die Eingangstür stellen. Dort war zwar ausreichend Platz, dennoch waren einige Nachbarn damit so unzufrieden, dass sie den Kinderwagen zum Teil mutwillig beschädigten (Einschneiden des Regenüberzugs, Beschmutzen mit klebrigen Flüssigkeiten etc.). Das fand ich schon erschreckend und sehr traurig.
Lange blieben wir dort entsprechend nicht und zogen bald in ein Häuschen aufs Land. Hier haben wir nun perfekte Bedingungen: Wir haben einen mit der überdachten Terrasse verbundenen Carport. Wir können den Trille also ganz entspannt auf der Terrasse stehen lassen und gehen zum Spazieren einfach durch den Carport nach draußen. Kein Geschleppe, kein komplizierter Zugang, keine nervigen Nachbarn. Insgesamt sollte man sich also gut überlegen, wo man den Trille abstellen kann und ob es da aufgrund der Größe zu Komplikationen kommen kann.

Handling im Alltag
Im Alltag hat uns der Trille komplett überzeugt. Er lässt sich einfach schieben, er fährt fast wie von selbst. Wenn man nicht gerade zur Rushhour unterwegs ist, kann man mit ihm auch Bus, U-Bahn und S-Bahn fahren. Muss man ihn im Auto – in unserem Fall ein VW Golf Kombi – mitnehmen, lässt er sich unerwartet flach zusammenklappen. Da waren wir wirklich überrascht, wie viel Platz noch im Kofferraum war. So haben wir ihn auch auf größere Reisen oft mitgenommen.
Unterwegs in Hamburg

Dank dem Trille haben wir uns auch die Mitnahme eines Reisebettchens gespart. Durch die Größe können die Kinder ganz komfortabel in der großen Wanne schlafen und haben direkt ihre ihnen schon bekannte Umgebung. Ein Reisebett hatten wir später zwar auch, was sich aber als völlig unnütze Anschaffung entpuppte. Als weiterer Pluspunkt erwies sich die Höhe der Wanne: Mein Mann ist recht groß und er musste sich nicht besonders tief bücken. Man konnte sogar gut im Trille wickeln. Die Wickeltasche fand entspannt entweder am stabilen, verstellbaren Lenker Platz oder im großen Metallkorb.
Bei Schnee auf dem Wochenmarkt

Komplette Wochenmarkteinkäufe sind kein Problem, es passt wirklich sehr viel in den Korb. Die vielen „Features“ erleichtern das Leben erheblich: Das Belüftungsgitter sorgt im Sommer für frische Luft, das große Verdeck schützt im Herbst und Winter vor stürmischen Böen. Wenn die Kleinen irgendwann mal mehr sehen möchten, für den Sportwagenaufsatz aber noch zu klein sind, kann man einen kleinen Sitz aufklappen. Das hat unserer Tochter geliebt!
Mit Kinderwagen Organizer und meinem obligatorischen Teebecher

Auch Kinderwagen Organizer haben super gepasst, ideal für lange Ausflüge mit einem Tea to Go.

Sportwagenaufsatz – montierbar in beide Richtungen

 Den großen Sportwagenaufsatz kann man später in beide Richtungen montieren und auch darin sitzen die Kinder sehr bequem, da alles weich gepolstert und großzügig gestaltet ist.

Verschiedene Untergründe
Dank der Luftreifen war es immer ein sehr leichtgängiges Laufen bzw. Schieben und es war alles sehr gut abgefedert. Kein Holpern – in unserem Fall sehr praktisch, da unsere Tochter von jedem Steinchen wach zu werden schien. Wald- und Feldwegen stellten genauso wenig ein Problem dar wie weicher Sandstrand oder Schnee und Eis. Bürgersteige und Straßen waren entsprechend gar kein Thema.

Ideal für flaches Gelände – unabhängig vom Untergrund

Was ich jedoch schwierig empfand: An unserem zweiten Wohnort wohnten wir an einem steilen Berg. Wenn man nach draußen ging, musste man also entweder zu Beginn oder bei der Rückkehr diesen langen und steilen Berg hochlaufen. Und das war mit dem Trille kein Vergnügen. Für alle, die in bergigen Regionen zuhause sind, kann ich diesen Trille aufgrund des Gewichts, das einen nach unten zu drücken scheint, wenn man bergauf geht, nicht empfehlen. Es sei denn, ihr seid supersportlich. Von Trille gibt es jedoch noch ein weiteres Modell, den Hippa Light, der etwas kleiner und leichter ist und über Schwenkräder verfügt. Eine gute und wendigere Alternative auch für alle Stadt-Eltern, die nicht viel Platz zum Abstellen/Transportieren haben. Für Feldwege ist dieser dann jedoch nicht so ideal, wobei das in der Stadt wohl nicht so die ausschlaggebende Rolle spielt.

Fazit
Ein sowohl für Kinder als auch Eltern sehr bequemer Wagen mit einem tollen Preis-Leistungsverhältnis (rund 950 Euro inkl. Sportwagenaufsatz). Wer über genug Platz zum Abstellen verfügt und nicht gerade ein sehr kleines Auto hat, wird mit dem Trille Dream und seiner äußerst langen Nutzungsdauer glücklich werden. Dazu ist er schadstofffrei getestet worden – dank der Höhe der Babywanne und deren Tiefe ist das Baby besser vor Abgasen geschützt als in tieferen Modellen. Ideal auch für große Eltern, die sich Rückenschmerzen aufgrund tiefen Bückens ersparen wollen. Der Trille Dream ist auf allen Untergründen perfekt einsetzbar, lässt sich leicht schieben und erleichtert den Alltag ungemein. In Deutschland ist er jedoch eher unbekannt und daher schwer zu bekommen, es sei denn, man wohnt im Norden. Alternativ kann man ihn auch online bestellen, was ich jedoch – ohne ihn live gesehen und getestet zu haben – nicht unbedingt empfehlen würde.

*Hinweis:
In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, dass wir die genannten Produkte selbst ausgewählt, bezahlt und gekauft haben. Wir sind nicht gesponsert worden! Aufgrund der Markennennung bin ich dazu verpflichtet, diese Blogpostings zukünftig als Werbung zu kennzeichnen.