Das zweite Trimester – ein Rückblick

Seit ein paar Tagen bin ich schon im dritten Trimester und die Zeit vergeht nun tatsächlich wie im Fluge.

Es kommt mir vor, als hätte ich den Artikel über die ersten drei Monate gestern geschrieben. Nachdem diese erste Schwangerschaftsphase tatsächlich von Übelkeit und Erschöpfung geprägt war, ging es im zweiten Trimester bergauf. Oft liest man, dass das zweite Trimester die schönste Zeit einer Schwangerschaft sei. Bei mir war es tatsächlich so. Ab dem vierten Monat hatte ich mich an die neuen Lebensumstände gewöhnt und mir „Highlights“ überlegt. Sie sind nicht sonderlich spektakulär, aber meine persönlichen Top Drei haben mir das zweite Trimester entscheidend versüßt.

Dazu gehörte, einen Geburtsvorbereitungskurs zu buchen. Erst dachte ich, naja, beim zweiten Kind weiß man schon vieles. Dennoch war und ist es für eine sehr wertvolle Erfahrung. Beim ersten Kind wohnten wir in Hamburg und der Kurs lief völlig anders ab. Er wurde von einer Hebamme vom Typ „Feldmarschall“ geleitet und bei sämtlichen Beschwerden bekam man den hilfreichen Hinweis: „Was reinkommt, kommt auch raus. Damit müsst Ihr jetzt leben.“ Ich empfand das taktlos und verletzend. Meine aktuelle Kurs-Hebamme ist von einem völlig anderen Menschenschlag. Sie hat ein offenes Ohr und reagiert empathisch mit kompetentem Fachwissen. Hier kann ich sogar als Bald-Zweifach-Mama noch was lernen. Es ist schon interessant, wie stark so ein Kurs von der Hebamme abhängt, es liegen Welten zwischen Kaffeekränzchen und einem wirklichen „Kurs“. Ein weiterer schöner Nebeneffekt: Ich lerne andere nette Mamas kennen, was gerade nach unserem Umzug klasse ist.
Fazit: Ein Geburtsvorbereitungskurs ist auch beim zweiten Kind eine Bereicherung. Dann würde ich jedoch einen Kurs bei einer anderen Hebamme wählen – auch wenn die erste Hebamme toll war. Denn so erfährt man Dinge aus anderen Blickwinkeln, es gibt neue Einblicke, Aspekte, von denen man noch nichts gehört hat.

Um die 22. Woche herum planten wir einen erholsamen Urlaub. Anfang März war das Wetter hier winterlich und wir steckten alle in einer nicht enden wollenden Krankheitswelle fest. Ganz egal, ob Magen-Darm oder „nur“ eine Erkältung…unser Fernweh führte uns an die türkische Riviera, wo wir uns vor der Geburt noch einmal Verwöhnung für alle Sinne gönnten. Dazu buchten wir ein All-Inclusive-Hotel, ein Traum! Eine Woche musste ich mich um nichts kümmern: Das Zimmer wurde vom Zimmerservice auf Vordermann gebracht, jeden Tag leckeres und abwechslungsreiches Essen vom Buffet, warmes und wohltuendes Klima, alles war schon grün, blühend und duftig. Dazu der Meeresduft, Füße im Sand, türkischen Tee mit Blick auf den glitzernden Ozean trinken. Im Hotel gab es dazu viele Katzen, für mich als wahre Katzomanin ein Paradies. Das Schönste war aber die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Menschen. Diese kam vom Herzen, es war nicht diese professionelle Nettigkeit, weil es zum Job dazu gehört, sondern man fühlte es einfach. Selten habe ich mich in einem Hotel so wohl gefühlt. Wir haben viele liebe Menschen kennengelernt und waren schon recht traurig, als wir schließlich wieder die Rückreise antreten mussten.
 Fazit: Ein Urlaub im zweiten Trimester ist eine wahre Wohltat. Dann sollte es jedoch auch für die werdende Mama ein Urlaub sein. Beim Ferienhausurlaub ist meistens der Ablauf wie zuhause. Trotz anderer Umgebung muss gekocht, eingekauft, aufgeräumt werden. Eine Auszeit, in der auch die Mama mal NICHTS, wirklich NICHTS machen muss. Entspannte Mutter – entspanntes Kind, entspanntes Leben!

Nachdem mir nicht mehr so übel war, war mein Kopf wieder klar und ich konnte mich wieder einem meiner Lieblingshobbys widmen: Lesen! Eine wahre Wohltat war für mich die Kombination Bett, Buch, Katze und dazu duftender Tee. Gerade im stressigen Alltag zwischen Job, Familie, Haushalt und Garten empfand ich es als sehr erholsam, sich mittags in einer täglichen Auszeit einfach mal zurückziehen zu können. Einer ruhigen Phase am Tag, bevor meine Tochter aus dem Kindergarten nach Hause kam. Es gibt gerade zum Thema Schwangerschaft ein unendlich erscheinendes Meer an Veröffentlichungen mit diversen Ratschlägen und Tipps. Prinzipiell finde ich, dass man auf sein Bauchgefühl hören und sich nicht von Ratgebern beeinflussen lassen sollte. Viele schüren auch Ängste, in dem sie konkret beschreiben, was in welcher Schwangerschaftswoche passiert sein „sollte“ und wie man sich fühlen „sollte“. Später geht es mit den Büchern über Babyentwicklung entsprechend weiter. Dabei ist jeder individuell und erlebt die Dinge ganz anders. Zu meinen Lieblingsbüchern in der Schwangerschaft mache ich in Kürze mal ein extra Posting. Mein Schwerpunkt liegt dabei vor allem auf Selbstbestimmung, Hypnobirthing und natürlicher Geburt nach Kaiserschnitt.
Fazit: Gerade, wer schon ein Kind hat und/oder noch arbeitet, wird eine tägliche Auszeit als wohltuendes Erholungsritual empfinden. Dies ist natürlich für alle Frauen eine tolle Sache. Oft geht es – gerade bei Frauen – darum, anderen viel zu geben. Wir kümmern uns um Kinder, Haustiere, halten Haus und Garten in Schuss (ja, auch wenn die Männer mithelfen) und so ist es ein Glücksmoment, wenn man sich auch einmal nur um sich selbst kümmert. Das ist Balsam für die Seele! Anschließend – zumindest ist es bei mir so – kommt man auch entspannter und besser gelaunt durch den weiteren Tag und davon profitiert dann die ganze Familie.

 

Das waren meine drei Lieblinge aus dem zweiten Trimester! So starte ich nun gut gelaunt und optimistisch in den Endspurt, das letzte Drittel. Einiges werde ich auch weiterhin beibehalten. Dazu zählt beispielsweise mein tägliches Entspannungsritual zum Innehalten und Genießen. Dazu wird es nun auch bei uns richtig Frühling, was das Ganze im Vergleich zu trist-grau-nassen Wintertagen doch fröhlicher gestaltet.

In diesem Sinne: Lasst es Euch gut gehen!

 

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