Getestet: Totsbots V4 Easyfit All-in-one

Die ersten Stoffwindeln, die ich zu Beginn verwendete, waren die All-in-One (AIO)-Windeln der Marke Totsbots. Diese zählen sicherlich zu den bekanntesten Stoffwindelherstellern, fast in jedem Online-Stoffieshop kann man sie kaufen.

Meine erste Totsbots-Windel war eine AIO-V4 EasyFit mit dem Muster „Twinkle“. Gekauft habe ich sie bei stoffywelt.de. Die Muster gefallen mir sehr gut, verspielt und originell.

Totsbots V4 AIO
Totsbots V4 AIO EasyFit

Nun zu ein paar Fakten: Geschlossen wird die V4 mit Klettverschluss, der farblich gut zum Muster passt – farbenfroh! Dadurch ist sie einer herkömmlichen Papierwindeln sehr ähnlich. Das Anlegen funktioniert einfach, unkompliziert und schnell. Laut Hersteller passt sie von ca. 3,5 kg bis 16 kg. Wir haben sie gekauft, als unsere Tochter 8 Monate als war. Zu diesem Zeitpunkt passte die Windel perfekt. Mit den Druckknöpfen an der Vorderseite kann man die Größe verstellen. Außen hat sie einen sehr leichten PUL, der ein Auslaufen verhindern soll. Das Material fühlt sich weich und wertig an. Und auch nach mehrmaligem Waschen sieht es noch toll aus.

Werfen wir einen Blick ins Innere der Windel. Hier erwartet uns eine dicke Einlage, die fest mit der Windel vernäht ist. Am Ende dieser Einlage befinden sich zwei Druckknöpfe, an die man die zweite mitgelieferte Einlage anknöpfen kann. Das ist recht praktisch, da man sich so entsprechend der benötigten Saugkraft die Windel individuell bauen kann. Die Einlagen kann man dann gefaltet auch in die Tasche der Windel stecken. Wir haben sie oft einfach aufeinander gelegt und in die Tasche noch einen extra Booster gelegt.

Angenähte Einlage plus Zusatzbooster

Wichtig für die Saugkraft ist natürlich immer das verwendete Material. Totsbots hat hier eine Mischung aus Baumwolle/Bambus und Mikrofaser genommen. Die eine Seite der Einlage bzw. des Boosters besteht daher aus saugfähigem Frottee, die Rückseite hingegen aus flauschigem Mikrofaserstoff.

Interessant sind noch die Beinbündchen. Diese sind einfach gehalten, hier gibt es also keine doppelten Beinbündchen.

Einfache Beinbündchen

Man kann die Windel bei 60 Grad waschen; wie bei den meisten Windeln darf man nur Waschmittel ohne Enzyme verwenden. Dies liegt gerade bei dieser Windel an dem Bambusanteil.

Okay…so viel zu den Fakten, jetzt kommen unsere Erfahrungen mit der Totsbots V4 AIO!

Ich hatte mich – gerade weil es unsere erste Stoffwindel war – sehr auf ihren Einsatz gefreut. Das ganze System fand ich einfach toll, praktisch, hübsch. Nachdem wir sie gemäß Herstellerangaben eingewaschen hatten, kam der große Tag! Unsere Tochter trug ihre erste Stoffwindel.

Von der Passform her finde ich sie toll! Durch die Druckknöpfe hat man viel Spielraum und kann die Größe gut an das Kind anpassen. Mit dem Klett lässt sie sich einfach schließen und öffnen, wie eine Papierwindel. Der Nachteil an Klett offenbart sich erst nach einigen Wäschen. Klettverschluss sieht dann einfach nicht mehr so schön aus wie Druckverschlüsse. Hier muss man also etwas Zeit investieren, den Klett entfusseln, damit es wieder so schön wie am Anfang ausschaut. Die Bilder zeigen den Verschluss bewusst VOR der Entfusselung.

Viel wichtiger ist jedoch die Saugkraft. Und hier wurden wir sehr enttäuscht. Die Windel lief immer aus. Manchmal waren sogar schon nach einer Stunde Windel, Body und Hose durchnässt. In Folge dessen haben wir viel experimentiert: andere Waschroutine, andere und/oder mehr Booster und vieles mehr. Letztendlich blieb es dabei: die Windel lief immer aus. Es sei denn, man wickelte jede Stunde. Und das empfinde ich nicht als alltagstauglich.
Ich war verzweifelt, denn so schnell wollte ich das Stoffwindel-Experiment nicht abbrechen. Also recherchierte ich im Internet und interessanterweise hatten noch andere Eltern ähnliche Erfahrungen gemacht. Unsere Tochter benötigte offensichtlich deutlich mehr Saugkraft in ihrer Windel, als es die Totsbots V4 bieten konnte, egal wie sehr wir sie geboostet haben. Schade, denn von der Passform her ist sie wirklich klasse. Dazu die hübschen Motive. Nur: Wenn eine Windel dauernd ausläuft, helfen auch niedliche Muster nicht weiter.

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Hübsche AIO made in UK – leider nicht dicht!

Mein Fazit: 

Passform:
Sitzt wirklich toll! In der Größe verstellbar dank Druckknöpfen und Klettverschluss am Bund. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie wirklich von 3,5 kg bis 16 kg passt.

Material:
Guter Materialmix aus Baumwolle, Bambus und Mikrofaser: Baumwolle und insbesondere Bambus sind sehr saugstark, Mikrofaser trocknet schnell und ist schön kuschelig. Das PUL – und die Windel insgesamt – fühlt sich wertig an.

Saugfähigkeit:
Zumindest bei uns hat die Saugfähigkeit nicht ansatzweise ausgereicht. Im Vergleich dazu – die Kombination Prefold und Booster plus Überhose hält bei uns drei- bis viermal so lange wie eine Totsbots Easyfit in der stärksten Variante (beide Einlagen plus Booster). Eigentlich seltsam, da die Materialien vielversprechend sind. Ausgelaufen ist die Windel immer an den Beinen, am Bund oder einfach insgesamt. In Punkto Saugfähigkeit zählt die Totsbots V4 bei allen Windeln, die wir ausprobiert haben, zu den schlechtesten. Und gerade dieser Punkt ist bei einer Windel der Wichtigste. Saugt die Windel nicht, sind die restlichen Punkten für uns nicht mehr relevant. Also ein dicker Minuspunkt.

Preis-Leistungsverhältnis:
Die Windel ist hochwertig verarbeitet, sieht toll aus, sitzt gut, die Materialien sind ebenfalls ganz nett – nur leider läuft sie ständig aus. Der Preis dafür ist relativ hoch, er beläuft sich auf 26,90 Euro.

Kaufempfehlung:
Für uns war die Totsbots V4 Easyfit All-in-One-Windel leider nicht die Richtige aufgrund des permanenten Auslaufens. Aufgrund dessen würde ich sie nicht noch einmal kaufen und auch nicht weiterempfehlen.

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